... in der Musik nicht wie ein leiser Strom durch mein Leben geflossen wäre. Musik war von Anfang an ein Teil von mir. Schon als kleiner Junge lauschte ich stundenlang dem Knistern alter Schallplatten. Singen war für mich so natürlich wie Atmen. Doch mein größter Wunsch war eine eigene Gitarre – ein Traum, den sich meine Familie damals nicht leisten konnte.
Ich bat meine Großmutter immer wieder, bis sie schließlich ihr erspartes Geld opferte, um mir eine günstige Gitarre zu kaufen. Als ich sie zum ersten Mal in den Händen hielt, war ich überwältigt. Ich versprach ihr, dass sie es nie bereuen würde.
Bis heute glaube ich: Ich habe dieses Versprechen gehalten.
...Es gab Momente, in denen ich dachte: Ich schaffe das nie. Meine Finger wollten nicht gehorchen, jeder Ton saß daneben. Der Zweifel war groß – vielleicht war das Gitarrespielen einfach nichts für mich.
Aber da war auch dieser eine Funke, der sich weigerte aufzugeben. Ich sagte mir: Wenn andere es können, kann ich es auch.
Bis heute begleitet mich dieser Satz – besonders dann, wenn ein neues Stück unmöglich erscheint. Denn oft beginnt genau dort die wahre Magie.
Ein Klavier war lange nur ein ferner Traum – zu groß, zu teuer, unerreichbar. Erst Jahre später, nach dem Umzug nach Vorarlberg, antwortete jemand auf meine Anzeige und schenkte mir ein altes, verstimmtes Instrument. Die Tasten waren abgenutzt, jeder Ton leicht daneben – aber für mich war es ein Schatz. Ich übte stundenlang, Tag für Tag. Und so holte ich meinen Kindheitstraum aus der Schublade und ließ ihn endlich Wirklichkeit werden.